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Wikinger
#1
Die Wikinger
Zeitstrahl
  Um 700

Ribe an der Westküste Jütlands wird Handelszentrum.

Um 770

Entstehung von Haithabu, dem bis heute größten Handelszentrum von Nordeuropa

793

Am 8. Juni überfallen seefahrende Wikinger das Kloster Lindisfarne an der englischen Ostküste.

Nach 795

Wikinger-Raubzüge an den Küsten Schottlands und Irlands.

799

Beginn der Überfälle auf das Frankenreich
Karl der Große sorgt nördlich der Seine-Mündung für die Piratenabwehr.

Um 800

Birka (nahe dem heutigen Stockholm) wird gegründet.

808

Zerstörung der slawischen Marktstadt Reric. Haithabu wird neue Drehscheibe des Handels mit dem Norden.

810

Eine dänische Flotte erzwingt in Friesland Tribut.

814

Tod Karls des Großen.

826

Der Dänenkönig Harald lässt sich in Mainz taufen. Harald nimmt den Missionar Ansgar nach Dänemark mit.

829-831

Ansgar predigt in Birka; 831 wird er zum Erzbischof in Hamburg geweiht.

830

erneute Überfälle auf die britischen Inseln

834

Am Oslofjord wird das Oseberg-Schiffsgrab errichtet.

Nach 840

Vermehrte Wikinger-Raubzüge im Frankenreich, das sich durch den Machtkampf unter den Karolingern in Aufruhr befindet.

841

Wikinger legen einen Hafen am Ort des späteren Dublin an und überwintern.

843

Dreiteilung des Frankenreiches unter den Karolingern.

845

Paris kauft sich durch 7000 Pfund Silber Danegeld um von den Wikingern los.
Hamburg wird von Dänen geplündert.
Überfall auf das Seinetal

851-853

Wikinger überwintern in der Themse-Mündung, im Tal der Seine und der Loire.

856/857

Plünderung von Paris

859-862

Skandinavische Piraten überfallen Küstenstädte des westlichen Mittelmeers.

866

Das grosse heidnische Heer landet in Ostanglien und erobert York. Dänen setzen sich in England fest.

871-874

Das "große Heer" der Wikinger überwintert nacheinander in London, Torksey und Repton.

874

Angeblicher Beginn umfänglicherer Besiedlung Islands durch Norweger.

878

Der angelsächsische König Alfred der Große besiegt die Dänen. Ein neues "großes Heer" der Wikinger sammelt sich in Fulham an der Themse.

880

Harald Schönhaar gründet das Earltum der Orkney

881/82

Im Rheinland, dem Kerngebiet der Karolinger greifen die Wikinger Lüttich, Utrecht, Köln, Aachen, Trier und viele weitere Orte an. Die Pfalz Karl des grossen in Aachen wird niedergebrannt.

882

Die Wikinger brandschatzen Köln, Bonn, Andernach, Trier und die Abtei Prüm.
Der Rus-Herrscher Oleg erobert Kiew und vereinigt sein Reich mit Nowgorod.

885/886

Paris wird belagert, fällt aber nicht. Anschließend plündern die Wikinger zwei Jahre im Westfrankenreich.

892

Nach der verlorenen Schlacht bei Löwen (Belgien) überfallen die geschlagenen Wikinger das Moseltal und brandschatzen erneut Trier und das Kloster Prüm

Um 900

König Harald Schönhaar von Norwegen wird durch seinen Sieg im Hafrsfjord zum mächtigsten Mann Skandinaviens.
Entdeckung Grönlands durch Gunnbjörn Úlfsson

902

Die Könige von Wessex beginnen mit der Rückeroberung Englands.

907

Oleg von Kiew zieht gegen Konstantinopel.

911

Wikinger-Führer Rollo darf mit seinen Leuten im Seine-Tal siedeln - Beginn der normannischen Herrschaft in der späteren Normandie.

912-945

Igor regiert in Kiew.

914

Loire-Normannen erobern die Bretagne

922

Ibn Fadlan, Gesandter des Kalifen von Bagdad, begegnet im Handelszentrum Bulgar an der Wolga Händlern der Rus (Waräger).

930

In Island wird das Althing zur Volksvertretung.

Um 931

Harald Schönhaar stirbt. Ihm folgt sein Sohn Erik Blutaxt, der aber schon um 934 Norwegens Thron an seinen Bruder Hakon den Guten abgeben muss.

954

Erik Blutaxt, kurze Zeit Herrscher von York, wird vertrieben und getötet.

955

Die Rus-Fürstin Olga lässt sich taufen.

Um 965

Der dänische König Harald Blauzahn lässt sich taufen und fördert die Christianisierung in Dänemark.

978-1015

Wladimir regiert als Fürst in Kiew und sendet 6000 normannische Krieger, die Waräger-Garde, an den Hof von Konstantinopel.

980

Neue Wikinger-Überfälle auf England.

Um 983

Erik der Rote (Vater von Leif Eriksson) landet mit seinen Leuten auf Grönland.

987

Harald Blauzahn fällt im Kampf gegen seinen Sohn Sven Gabelbart; dieser wird wieder heidnisch.

991

Die Angelsachsen unterliegen einem Wikinger-Heer bei Maldon und müssen hohe Tribute zahlen.

994

Wikinger plündern an der Elbe-Mündung. Eine Flotte belagert London und erzwingt 16 000 Pfund Silber Tribut.

995

Olaf Tryggvasson lässt sich taufen, kündigt sein Bündnis mit Sven Gabelbart und beginnt, Norwegen zu christianisieren.

1000

Das isländische Althing stimmt für die Einführung des Christentums.

Um 1001

Leif Eriksson segelt bis Amerika ("Vinland").
Im Süden Italiens tauchen die ersten normannischen Krieger auf.

1002

Englands König Ethelred befiehlt, alle in seinem Reich lebenden Dänen umzubringen. Seither gibt es alljährlich dänische Angriffe.

1012

Canterbury wird erobert, Erzbischof Elfleah getötet.

1013

Sven Gabelbart fällt in England ein. Kurz vor der Inthronisierung aber stirbt er (Anfang Februar 1014), so dass der in die Normandie geflohene Ethelred zurückkehren kann.

1016-1035

Knut ("der Große") errichtet sein Nordseereich und beherrscht England, seit 1018/19 Dänemark, später auch Norwegen. 1027 ist er bei der Kaiserkrönung Konrads II. in Rom anwesend.

1016

Eroberung Englands durch die Dänen.

1029

Erste Normannen-Grafschaft in Süditalien.

1030

Norwegens König Olaf Haraldsson fällt im Kampf und wird bald zum Nationalheiligen.

1034

Harald der Harte, später König von Norwegen, dient in der Waräger-Garde in Byzanz.

1036-1054

Jaroslaw der Weise regiert die Kiewer Rus.

1047-1066

König Harald der Harte herrscht über Norwegen.

1053

Bei Civitate in Nordapulien besiegt ein normannisches Heer die Truppen von Papst Leo IX.

1060-1091

Die Normannen unter den Hauteville-Brüdern Robert Guiscard und Roger I. erobern Sizilien.

1066

Wilhelm der Eroberer, Herzog der Normandie, siegt nach Überquerung des Kanals bei Hastings und wird englischer König.
Ende der Wikingerzeit durch die Schlacht von Stamford Bridge.
Zerstörung Haithabus durch die Wenden

Um 1080

Der heidnische Kult in Uppsala wird abgeschafft.

1096-1099

Normannen gründen während des 1. Kreuzzugs das Fürstentum Antiochien.

1130-1154

  Unter Roger II. erlebt das normannische Reich in Sizilien und Süditalien seine höchste Blüte.

1194
Krönung Heinrichs VI. in Palermo: Ende der Normannenherrschaft in Süditalien.
 
 
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#2
Die Wikinger
Allgemein
"An jenem Tag verdunkelt sich die Sonne und der Mond wird nicht scheinen und die Sterne fallen vom Himmel.
Und ich trat an den Strand des Meeres und sah ein Tier aus dem Meer steigen.
Das hatte sieben Häupter und 10 Hörner."
(Jeremias Prophezeiung)

Der Angriff am 8. Juni 793 wird allgemein mit dem Beginn der Wikingerzeit in einem Atemzug in Verbindung gebracht.
Doch wer waren diese Wikinger ?
Wo kamen sie her und was wollten sie ?

Unter dem Begriff Wikinger fasst man folgende Völker zusammen :

Die Dani ( Dänen), die Nordmanni (Norweger), die Götar ( nordgermanisches Volk aus Götaland im heutigen Schweden) und die Svear (nordgermanischer Stamm in Schweden)

Ab dem 8. Jahrhundert brachen nordgermanische Völker zu Handelsreisen, Seefahrten und Raubzügen (Vikings) auf und verbreiteten überall wo sie erschienen Angst und Schrecken.

Man nannte sie gottlose Heiden, Nordmannen (Männer aus dem Norden), Ausgeburten der Hölle, Boten die das jüngste Gericht einleiteten und noch vieles mehr. Erst nach und nach festigte sich der Begriff Wikinger, welches ein Oberbegriff für mehrere Völker war. Teilweise wiesen sie viele Gemeinsamkeiten auf, waren jedoch nicht vollkommen identisch.

Heute verbindet man das Wort Wikinger oft mit erbarmungslosen und blutrünstigen Kriegern, welche ohne den Hauch eines Gewissens oder Gnade mordend durch die Welt zogen, was jedoch vollkommen falsch ist.

Besonders Männer brachen in jungen Jahren gerne aus der heimatlichen Gebundenheit aus und suchten Ruhm, Reichtum und Abenteuer in der Ferne. Sie wollten die Welt entdecken und sich einen Namen machen, um die Chance zu erhalten nach Asgard auf zu steigen und neben Odin an seiner Tafel zu speisen. Nur die Wenigsten blieben ihr ganzes Leben lang Krieger, viele liessen sich wie ihre Vorfahren nieder und betrieben Landwirtschaft oder wurden Händler.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#3
Die Wikinger
Leben, Kleidung, Ernährung
Wie wir aus den heutigen archäologischen Funden wissen lag das durchschnittliche Sterbealter der Männer bei etwa 41, bei Frauen erstaunlicherweise bei 51 Jahren und das, obwohl viele dem Kindbett nie wieder entstiegen sind. Bei der durchschnittlichen Körpergrösse erreichten Frauen etwa 1.61m und Männer eine stattliche Grösse von 1.74. Natürlich schwanken die Werte von Region zu Region und es gab auch Männer mit bis zu 1.85m und mehr. Den Skelettfunden nach, waren es insbesondere Wikinger aus höheren Gesellschaftsschichten welche grösser wurden und auch länger lebten.

Dennoch wurden lediglich 10% der Bevölkerung 60 Jahre oder gar älter. Viele Kinder starben schon in jungen Jahren und wer die rauen Gegebenheiten überlebte, litt oft unter Eisenmangel. Von Rachitis über Osteoporose, bis hin zu Spina bifida (etwa 10-15%), Gicht und Arthrose war so ziemlich alles vertreten, was es an Knochen- und Gelenkserkrankungen geben konnte. Ebenso sehr verbreitet waren schlechte Zähne, Geschwulste, Krebs, Anämie, Multiple Sklerose und hochansteckende Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose.

In geschlossenen Ortschaften waren, hingegen der allgemeinen Annahme, die hygienischen Verhältnisse schlecht, wenn auch im Vergleich zu Franken und Sachsen oft besser. Dennoch war der Abstand zwischen Trinkwasserbrunnen und Fäkalgruben dank der vorherrschenden Enge in der Stadt schlichtweg oft zu gering um Verunreinigungen aus zu schliessen.

Die Trachten haben unserem heutigen Wissen nach, sehr stark variiert. Neben der bekannten traditionellen Frauenkleidung, welche mit Schnallen und Spangen an der Schulter zusammengehalten wurde, gab es besonders in jüngeren Gräbern, in Dänemark und Südschweden, auch westeuropäische Mode ohne Metallspangen, dafür aber Stoffe, in welche Silber- und Goldfäden eingewebt waren. Um die Kleidung zu vervollständigen, wurden verschiedene Perlenketten getragen und je nach Region zudem bronzene Armreife.

Bei Männern bestand die Gewandung aus Tunika, Hose, Gürtel und einem Rechteckmantel, als Schutz gegen die Witterung, Wadenwickel und Schuhen. Für den Kampf kam noch ein leicht gepolsterter Klappenrock hinzu. Bei den vermögenderen Kriegern bestand dieser oft aus Leder oder kleinen aufgenähten Bronzeringen, ähnlich einem westeuropäischem Kettenhemd. Was Verzierungen anging, standen die ärmeren Kriegern den reicheren Kriegern jedoch in nichts nach, von den Materialien einmal abgesehen, wollten sie doch alle den Schutz der Götter herbei rufen und nicht auf ihn verzichten.

Aus Filmen und Serien sind Pelze, besonders Fuchs und Hermelin, sehr bekannt und oftmals gezeigt. Doch hier wird leider oft kein Wert auf die historische Authentizität gelegt. Pelze waren einzig und allem dem Jarl ,das gewählte Oberhaupt einer Region, und dessen Familie sowie dem König vorbehalten. Felle von Schafen durfte jedoch auch das einfache Volk nutzen um sich gegen das Wetter zu schützen, respektive um sich heraus zu putzen.

Jedoch wurde nicht nur auf eine dem Stand entsprechend verzierte Kleidung wert gelegt, sondern auch auf Schminke, insbesondere Augenschminke. Bei Zeremonien waren sie oft ein Ausdruck der Verehrung für ihre Gottheiten, im Kampf sollten sie die Gegner zu Tode erschrecken und so ihren Kampfwillen schwinden lassen. Auch bei der Brautschau wurde besonderen Wert auf das Aussehen gelegt. Bärte wurden penibel zurecht gestutzt, der Nacken geschoren und das frisch gewaschene Haar in kunstvolle Flechtfrisuren verwandelt. Auch die Kleidung musste penibel sauber sein, stellte sie bei einem ersten aufeinander Treffen doch gleichzeitig auch den Rang klar und niemand wollte gerne für geringer eingeschätzt werden. Man sieht, das entgegen der oben genannten oft recht unhygienischen Verhältnisse, die Wikinger sehr wohl auf Hygiene und Sauberkeit legten. In vielen Ortschaften, beispielsweise Haithabu galt der Saturni (Samstag) als inoffiziell anerkannter Badetag, da dieser der letzte Tag der Woche war und die Wikinger die neue Woche sauber und rein beginnen wollten, frei von all dem Unrat und den Sorgen der letzten Woche.

Hierbei ist zu erwähnen das die Lebenseinstellung nicht einheitlich war. Auch wenn wahrscheinlich der Grossteil der Auffassung war, dass das Leben vorherbestimmt und von magischen Kräften gelenkt wurde, gabs es auf der anderen Seite auch Wikinger. welche man heutzutage als areligiös oder diesseitsbezogene Realisten bezeichnen wurde und allem Übersinnlichen entsagten. Nichts destotrotz spielten Vorahnungen eine grosse Rolle und wurden oftmals als real vorkommend erachtet.

Fleisch war in der Zeit der Wikinger sehr beliebt, egal ob es vom Rind, Schwein, Schaf oder Huhn kam. Getrocknet, geräuchert und gepökelt konnte es so problemlos mit auf wochenlange Schiffsfahrten genommen werden. Aus Milch stellten die Frauen Käse, Butter, Buttermilch und Dickmilch her und schufen so einen gute Abwechslung her. Während Anfangs nur Gerste und Hafer angebaut wurde, importierte man später aus den slawischen Gebieten noch Roggen. Dennoch konnte man Fleisch, Getreide und Milchprodukten nicht unbedingt als gute Ernährung bezeichnen. Deswegen wurde das Essen noch durch Gemüse ( allem voran Erbsen, Bohnen, Kohl, Zwiebeln und Kresse) und Obst ( allem voran Äpfel, Pflaumen, Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren, Schlehen, Holunderbeeren und Haselnüsse) ergänzt. Selbst den unschätzbaren Wert von Salz erkannten sie und gewannen diesen aus dem Meerwasser, nebst Fischen, welche ebenfalls gern auf dem Speiseplan gesehen wurden. Bier wurde aus Gerste gebraut und mit Hopfen und Porst verfeinert. Doch das beliebteste Getränk, welches aus Honig, Wasser und Gewürzkräutern gewonnen wurde, war der Met.

Aus dem Getreide kochte man Grütze, oder gewann mittels einer Handmühle Mehl, selbst wenn die daraus folgenden Unreinheiten den Verschleiss der Zähne sehr förderte. Gekocht wurde meist in Töpfen oder an Spiessen über den offenen Feuer, aber auch Erdgruben waren sehr bliebt.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#4
Die Wikinger
soziale Strukturen
Kurz und knapp zusammen gefasst lebten die Wikinger in einem zu der Zeit weit verbreiteten Kastensystem, bei dem der König das Oberhaupt war. Nichts destotrotz konnte man es nicht mit dem Kastensystem der Sachsen oder Franken vergleichen, da es eine vollkommen eigene Dynamik hatte und es kein staatliches Gewaltmonopol gab. Die verschiedenen Höfe und Grosshöfe wurden den Jarls unterstellt und auch wenn es einen König gab, so waren es schlussendlich doch die Jarls, welche mit einem Gefolge der Aristokraten, auch Kriegertruppe (hirð) genannt, für Recht und Ordnung sorgten. Diese Kriegertruppe übte im Machtbereich ihres Herren so etwas wie die Polizeigewalt aus und diente bei lokalen Auseinandersetzungen zur Durchsetzung eigener Ansprüche.

Eh wir uns diese Struktur noch genauer anschauen soll erwähnt sein, das es sich in vielen Kreisen gehörte, das ein Mann ins Ausland für um entweder über Raub oder Handel Reichtümer zu erlangen. Erst wenn er reich und ruhmbedeckt war durfte er wieder heimkehren und sein eigentliches Leben durfte beginnen. Es gab sogar extra einen Begriff für Männer, welche sich dieser Tradition entgegen setzten. Sie wurden heimskr maðr genannt, was offiziell übersetzt so viel bedeutet wie der der zu Hause geblieben ist, doch eigentlich war es gleichbedeutend mit "Dummkopf". Entgegen der nun wahrscheinlich auskeimenden Vermutung, das alle jungen Wikinger auf Reisen ging, war dies nicht der Fall.

Die Haupttrennlinie in der Gesellschaft war die Linie zwischen den Freien und Unfreien. Natürlich gab es in der Gruppe verschiedene Unterstufungen, welche vom Besitz und der Familie bestimmt wurden. Einzig und allein die Mannheiligkeit betraf alle gleichermassen. Dies war die Strafe (Mannbuße), die für Totschlag, Körperverletzung und Ehrzahlung entweder an den Geschädigten zu zahlen war, respektive bei Mord an die Familie. Wurde eine Frau angegriffen, so konnte sie, was für diese Zeit vollkommen einzigartig war, eine Busse für sexuelle Übergriffe verlangen und erhielt diese gewöhnlich auch, da das Wort einer freien Frau über dem Wort eines freien Mannes stand.
Da Unfreie (Bettler, Sklaven, Obdachlose) nicht als Bestandteil der Gesellschaft angesehen wurden hatten sie kein Anrecht auf solch eine Widergutmachung und waren vielmehr als vogelfrei an zu sehen. Einzig und allein bei Sklaven gab es ein minimales Zugeständnis, in seinem Falle stand der Schadensersatz dem Herrn zu.

Kommen wir nun noch einmal zu den verschiedenen Stufen des Kastensystems zurück.


König

Die Könige der Wikinger begründeten ihre Legitimation auf Herrschaft indem sie sich auf eine Abstammung von den Göttern beriefen. Das wohl berühmteste Beispiel hätten wir in der Serie Vikings, wo sich Ragnar Lodbrok auf seine Abstammungslinie zu Odin berief. Doch auch in der realen Welt beriefen sich die Könige auf diese Abstammung, beispielsweise Harald Hårfagre, wohl besser bekannt als Harald I. Schönhaar, berief sich auf die Abstammung von den Ynglingen (halblegendäre Dynastie von Königen, die angeblich aus Schweden stammten), welche sich auf den Gott Freyr zurück führen liess. Die Lardejarle, Fürstendynastie der Wikinger-Häuptlinge von Trondheim, beriefen sich wie Ragnar auf eine Abstammung zu Odin. Da Könige somit alle einem göttlichen Geschlecht entstammten, war an ihnen das Wohlergehen des Volkes, das allgemeine Glück verknüpft. Waren sie in Schlachten siegreich, so bedeutete es automatisch das die Götter mit ihnen waren. Auch Geschenke des Königs hatten nicht nur einen materiellen Wert, sondern waren indirekt eine Teilhabe am Königsheil.

Erst die Einführung des Christentums führte zu einer grundlegenden Veränderung der Legitimation, schliesslich konnte nun die Abstammung von einem heidnischen Gott nicht mehr aufrechterhalten werden. Die neue Grundlage wurde durch die Sakralisierung von Olav dem Heiligen (⚔ 29. Juli 1030 in der Schlacht von Stiklestad) geschaffen, auf den sich ab nun alle Könige in ihrer Abstammung beriefen, auch wenn die tatsächliche Abstammung sehr oft mehr als nur zweifelhaft ist.

Der König übte die Oberherrschaft über alle Teile des nicht genau abgrenzbaren Landes aus, denn eigentlich herrschten sie nicht über ein Gebiet, sondern über Menschen. Sie waren zuständig für Abgaben, die Heerfolge im Krieg und die Verköstigung beim Besuch. Als Gegenleistung für die Abgaben wurde er verpflichtet für die Aussenverteidigung seines Machtbereiches zu sorgen. Somit hatten sie also weder die Gesetzgebung, noch die Rechtsprechung inne und waren auf die lokalen Grössen (Jarle) angewiesen, da auch nur das Herr bedingt folgte.

In Norwegen herrschte Anfangs ein Erbkönigtum, welches alle Söhne gleichermassen zum Königtum berechtigte. Dennoch brauchte es selbst dann noch immer die Akklamation durch ein Thing, bei dem nur Männer aus der königlichen Familie zur Wahl standen. Um sich zu schützen hatte jeder König seine eigene hirð (Kriegertruppe). Jedoch musste er ein Vorbild im Kampf und seiner Lebensführung sein um sich ihrer Dienste zu versichern. Trotz allem erstarkte das Königtum im Laufe der Zeit, massgeblich da ausländische Königtümer zum Vorbild genommen wurden und deren Einfluss immer mehr bemerkbar wurde.


Häuptlinge (Jarle)

In der Wikingerzeit herrschten etwa 20 grosse und dutzende kleinerer Häuptlingsherrschaften. Die macht der Jarle ruhte auf den Schultern, welche mehr oder weniger abhängige Bauern waren. Sie mussten ihren Jarl bei seinen Unternehmungen unterstützen, während er im Gegenzug für ihren Schutz und ihr Auskommen sorgte. Wie auch die Könige besassen sie eine Kriegertruppe, um für Recht und Ordnung in ihrem Einflussgebiet zu sorgen und zeitgleich die Abgaben für den König einholten, wobei 1/3 der Abgaben behalten werden durften.

Machtpolitisch waren Jarle also mit Königen auf Augenhöhe und so geschah es nicht selten das Jarle die Königswürde ablehnte, da sich für sie keine Verbesserung erkennen liess. Ganz im Gegenteil, waren die Könige sogar auf die Jarle angewiesen um ihre Herrschaft zu behaupten.

Jarl durften eigentlich nicht die hohen Bürger unter den Freien wurden, da auch sie sich in ihrer Abstammung auf die Götter beriefen. Dennoch könnte ein Jarl nur so lange regieren, wie seine Bauern es ihm gewährten. Verlor ein Jarl seine Vorbildfunktion, oder wurde gar als schwach angesehen, so kam es nicht gerade selten vor das die Bauern sich erhoben und rebellierten. Sie hatten das Recht ihn auf einen Zweikampf zu fordern, ein Duell auf Leben und Tod, bei dem der Sieger dank dem Willen der Götter automatisch zum neuen Jarl wurde.

Hierbei muss man jedoch bedenken das Ehrenkämpfe nur zwischen Personen gleichen Ranges ausgetragen werden konnte. Das heisst also, das es undenkbar war, das ein Jarl einen Bauern herausforderte, da mit der Herausforderung an ein Mitglied einer sozial tieferen Schicht keine Ehre zu gewinnen war. Somit ergibt sich in der Logik also, das wohl kaum ein Bauer zum Jarl wurde, jedoch konnte ein Krieger durchaus mit dem Segen der Götter aufsteigen.


Bauern

Bauern waren der Kern der Gesellschaft und festen Pflichten unterworfen. Sie mussten den Schutz aller auf dem Hof lebenden Personen gewährleisten und regelmässig zum Thing erscheinen, wenn der Jarl sie rief.

Wie auch in anderen Ländern gab es grosse ökonomische Unterschiede. Einige besassen sogar grosse Güter, welche sie teilweise verpachteten oder durch Sklaven bewirtschaften liessen. An der Spitze dieser Gruppe standen die "Hulde", welche mit einer Bauernartistokratie zu erklären ist. Um diesen Status zu erlangen musste die Familie mindestens 4, besser sogar 6 Generationen lang den gleichen Grundbesitz bewohnen und erfolgreich bewirtschaften. Wie gross dieser Anteil an Bauern war, ist jedoch nicht bekannt, auch wenn sie logisch gesehen natürlich nicht den grössten Prozentanteil ausmachten.

Als Grundeinheit bezeichnete man einen Einzelhof, mit seinem dazu gehörigen Grund und Boden, sowie seine Aussenbezirke. Die Einzelhöfe produzierten ihren Eigenbedarf so weit als möglich selbst. Dennoch erzwangen unterschiedliche Ressourcen oftmals eine Spezialisierung. So konnte der Fischfang und die Eisengewinnung als Tauschware für andere Güter eingesetzt werden.

Daneben gab es auch noch kleine Siedlungen. Sie waren wie der Einzelhof ebenfalls eine soziale Einheit und Produktionsgemeinschaft. Sehr viele Siedlungen besassen Äcker, wobei jeder Bauer die Pflicht hatte seine Felder innerhalb gewisser Gemarkungen zu kultivieren. Nichts destotrotz pflügten, säten und ernteten die Bauern gemeinsam. Zu dieser Einheit gehörten noch Wiesen und Wald, welche als Allmende bezeichnet wurden. Siedlungen gehörten oft einem oder mehreren Grundherren.


Krieger

Zu Beginn der Wikingerzeit rekrutierten sich die Krieger aus den Bauern. Erst später wurde "Krieger" als Beruf eingeführt. Dennoch mussten Bauern weiterhin ihren Kriegsdienst leisten.

Wichtig zu erwähnen wären hier die Berserker.

„Wild wie Hunde oder Wölfe, bissen sie in ihre Schilde; stark waren sie wie Bären oder Keiler; sie schlugen Männer nieder, doch kein Feuer, kein Stahl konnte sie verletzen.”

Sie waren eine besondere Kriegerkaste und sollen den Legenden nach eine ganz besondere Verbindung zu Odin besessen haben. Daher wurden sie auch die Krieger Odins genannt. Diese Krieger wurden besonders von Königen hoch geschätzt und bildeten die Elite unter den Wikinger-Kriegern, auch waren sie in der königlichen Leibgarde zahlreich vertreten. Innerhalb einer Schlacht bildeten sie eine geschlossene Formation und waren immer dort an zu finden, wo die Kämpfe am heftigsten und blutigsten stattfanden. Sie gingen grundsätzlich voran und suchten die direkte Konfrontation mit dem Feind. Den Sagas nach verfielen sie in eine zügellose Ekstase ( vielleicht herbei geführt von Pilzen in Verbindung Met ?) und waren hernach nicht mehr auf zu halten.

Somit waren die Berserker essentiell für den Ausgang einer Schlacht. Dennoch waren sie nur mit Vorsicht zu geniessen, da sie fast ausnahmslos unberechenbar waren und somit ein Risiko für die Gesellschaft darstellten. Zahlreiche Zweikämpfe gingen auf ihr Konto, grösstenteils ohne das überhaupt ein Grund für solch einen tödlichen Kampf vorlagen. Die raubten ohne Gewissen Frauen und nahmen alles was ihnen gefiel, ohne auch nur zu fragen. Daher hatten sie einen mehr als nur schlechten Ruf und waren dennoch extrem wichtig.


Sklaven

Der Handel und das Halten von Sklaven gehörte zum Alltag der Wikinger und somit war der Sklavenhandel ein sehr wichtiger Bestandteil für die Wirtschaft. Entweder wurden sie bei Raubzügen in Übersee gefangen genommen, oder ehemals Freie verbüssten so ihre Strafe (beispielsweise Mörder, Schuldner, Diebe).

Sklaven gehörten keiner Familie an und besassen keinerlei Rechte. Egal welchen Rang sie vielleicht einmal inne hatten, als Sklaven waren sie alle gleichsam das Eigentum ihres Herren. Jedoch darf man die Sklaverei der Wikinger nicht mit der menschenverachtenden Sklaverei im antiken Rom vergleichen. Oftmals war die freiwillige Versklavung für Arme oftmals der einzige Weg um ihre Versorgung sicher zu stellen.

Natürlich war die Sklaverei von Gegen zu Gegend, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt unterschiedlich und doch hatte sie allzeit eine Gemeinsamkeit, den Sklaven fehlte das Recht auf Mannheiligkeit. Sie waren gegenüber ihren Herren und seiner Familie rechtlos, konnten verkauft und nach Gutdünken ohne Strafe bestraft und gar getötet werden. Es gibt sogar so weit, das eine Verletzung des Sklaven, als Beschädigung von Eigentum angesehen wurde und oftmals Konflikte entstanden. Die Kinder der Sklavinnen wurden automatisch auch Sklaven, auch wenn es hier in gewissen Regionen Unterschiede gab. Waren und blieben Kinder von Sklaven oft auch ihr Leben lang Sklaven, gebar eine Sklavin jedoch das Kind eines freien Mannes, so konnte dieses zum Teil auch als freies Kind aufwachsen.

Als weitere Besonderheit muss unbedingt erwähnt werden, das Sklaven die Möglichkeit besassen sich ihre Freiheit zu erarbeiten, oder gar zu verdienen. Wie im Einzelnen dies aussah oblag der Region, respektive dem Herren, der die Regeln aufstellte. So konnte also durchaus aus einem Sklaven wieder ein freier Mann, oder eine freie Frau werden.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#5
Die Wikinger
Sonderstrukturen
Nachdem wir uns die offizielle Struktur der Wikinger angeschaut haben, kommen wir nun zu der inoffiziellen Struktur, welche nicht weniger wichtig, geschweige denn uninteressant ist und in Anbetracht der damaligen Zeit wohl einzigartig war.

Umgang miteinander

Ungeschriebene Regeln bestimmten den Umgang miteinander. Alles drehte sich um Ansehen und Ehre, schon die kleinste Verletzung konnte schnell in einem blutigen Kampf, oder schlimmer noch in einer Fehde enden.

Diese Regeln, betrafen jedoch nicht nur das Benehmen auf einem Thing, sondern auch das Privatleben und fing schon damit an, wie man sich einem Haus nähern durfte.

Besucher mussten grundsätzlich nach dem Hausherren rufen und abwarten, bis dieser aus dem Haus heraus trat. Ebenfalls galt es als grobe Unhöflichkeit, wenn man über fremdes Land ritt, ohne den Hausherren zu besuchen.

Selbst die Sitzordnung, in der grossen Halle, war bis ins kleinste Detail geregelt. Das Oberhaupt sass auf einem Hochsitz, während die Ehrenplätze, welche für vornehme Gäste reserviert waren, ihm gegenüber standen. Frauen sassen grundsätzlich auf der Schmalseite und der Rest der Bewohner ihren Rängen entsprechend, nach unten zum Tischrand hin, verteilt.

Selbst das Liegen vor Anker wurde genau geregelt und konnte im Ernstfall tödliche Folgen, oder gar einen Krieg nach sich ziehen.
Kompliziert wurde es, wenn es um Geschenke ging, da diese strengen Regeln folgten und jedes Geschenk immer mit einer Gegenleistung verbunden war. Eine Verletzung dieser war eine schwere Beleidigung und konnte mit dem Tod bestraft werden. Somit kam es also darauf an das richtige Geschenk, genau zur richtigen Zeit, an die richtige Person zu übergeben. Beispielsweise durfte ein Rangniederer einem Ranghöherem keine Waffe schenken, nur umgekehrt war es erlaubt. Wurde ein Austausch zwischen verschiedenen Ständen, zwecks einer Freundschaft vorgenommen, so wurde immer vom Ranghöheren ausgegangen. Einzig und allein Geschenke an den König waren ausgenommen, dafür waren aber nur bestimmte Geschenke (konungsgjöf) erlaubt. Wer vom König einen goldenen Armreif erhielt, wurde besonders ausgezeichnet.

Ein weiteres Ungeschriebenes, aber unbedingt zu beachtendes Gesetz war es, dass heilige Stätten nicht mit Waffen betreten werden durften.

Natürlich gab es auch bei Raubzügen einige Regeln zu beachten, auch wenn darüber leider kaum etwas bekannt ist. Um jedoch Verhandlungen zwischen den beiden Lagern zu ermöglichen gab es Zeichen für Unterhändler und ein freies Geleit. Um einen Waffenstillstand zu signalisieren wurde am Lager ein Schild in die Höhe gehangen und die Tore geöffnet.

Funktionsträger

Leider gibt es nicht sehr viel erhaltenes Material über sie und dennoch sollen sie nicht vergessen werden.

Der spirituell gesehen wichtigste Würdenträger war der Priester, oft auch als Gode bezeichnet. Laut den Archäologen gibt es bis heute keinen Beweis für eine Priesterschaft, wie es sie beispielsweise im Christentum gibt. Dennoch waren öffentliche Kulthandlungen, besonders zu den Jahresfesten überaus wichtig und bedeutungsvoll für die Wikinger, so das nicht einfach jeder diese Anbetungen vornehmen sollte. Musste es doch eine Person sein, welche die Götter als würdig empfanden und denen sie ihre Gunst schenkten.

Nehmen wir als Beispiel Uppsala, welche ein Machtzentrum und religiöses Zentrum der Wikinger war. Alle 9 Jahre pilgerten Krieger und auch Bauernaristokraten in die Berge um ihren Göttern zu huldigen, insbesondere Odin, Thor und Freyja. Für uns heutzutage wohl etwas verschreckend, waren Menschenopfer dort vollkommen normal. Wurde es doch als eine Ehre angesehen so den Tod zu finden, da man sofort in Odins Hallen aufstieg und die Bitten der Dörfer so Odin direkt vorbringen durfte. Doch eh wir zu sehr ins Detail gehen, kommen wir zurück zu den Priestern und deren bedeutende Aufgaben. Opfer wurden von den Göttern immer gerne gesehen, egal ob man ihren Zorn beschwichtigen, sie um etwas bitten, oder ihren Segen haben wollte. Schaut man sich nun die Sozialstruktur der Wikinger an, so erkennt man, das alles auf Ehrhandlungen beruht. Besonders den Göttern musste man ehrerbietig entgegen kommen und ein Vorbild an Tugend und vielleicht gar Reinheit sein, damit auch nicht der kleinste Funken Zweifels ausgelöst und das Opfer nicht angenommen wurde. Wir sehen also, welch wichtige Rolle Priester inne hatten, besonders bei solch wichtigen Riten, wie sie in Uppsala und anderen Städten statt fanden.

Neben grossen Things wie in Uppsala gab es natürlich noch viele andere Feste und Riten und man geht nicht davon aus, das jede Siedlung einen Priester/ Goden besass. Daher übernahm oft der Jearl diese Funktion. Doch auch hier muss man die Macht der Jarls ein wenig einschränken. Ist es bewiesen, das religiöse Rituale auf den Einzelhöfen fast immer von Frauen geführt wurden und nur die regionalen, respektive die überregionalen Feste der männlichen Leitung vorbehalten waren.

Um noch einmal auf die Things zurück zu kommen, sollten neben den Priestern auch die Gesetzessprecher nicht vergessen werden. Ihre Aufgabe war es die gesetzte auswendig vor zu tragen. In einigen Gegenden und Siedlungen war es sogar ihre Aufgabe Recht im Namen der Götter zu sprechen.

Weitere Funktionsträger bildeten sich am königlichen Hof, im Heer und selbstverständlich auch in der Flotte. Sehr wahrscheinlich entstammten sie der Bauernaristokratie, auch wenn sonst nicht wirklich viel über sie bekannt ist.

Seiðmann/ Völva

Vor und auch während der Christianisierung gab es Menschen, die magische Praktiken ausübten. Die Männer wurden Seiðmenn genannt. Jedoch genossen sie kein besonders hohes Ansehen. Galt die Verwendung von Zaubern im Kampf doch als feige und unmännlich. Daher wurden sie oft verachtet, als homosexuell und verweiblicht denunziert und sogar verfolgt. Wurde die Seiðr ( Magie) doch an den Kult der Göttin Freyja geknüpft und sollte daher von Frauen ausgeübt werden. Ob einige von ihnen tatsächlich homosexuell, oder gar Transvestiten (angeblich änderten sie rituell sogar ihr Geschlecht) waren, ist nicht bekannt. Die für Seiðmenn übliche Hinrichtungsart war ertränken.

Ihnen gegenüber standen die Völva, was übersetzt so viel wie "Frau mit Stab" bedeutet. Ihr Stab wurde völr genannt und symbolisierte ihre Macht über das Übernatürliche. Sie waren Zauberinnen und Seherinnen, welche sich in Ekstase ( vielleicht wie Berserker mittels Pilze und Met?) versetzen und so Einsichten in andere Welten gewinnen konnten. Angeblich konnten sie sogar die Anderwelt besuchen und so direkte Antworten auf die gestellten Antworten erhalten. Völva waren meist betagt und unverheiratet, oder verwitwet, so das sie gesellschaftlich unabhängig waren, obwohl es wahrscheinlich auch hier Ausnahmen gab. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen genossen sie ein sehr hohes Ansehen und bekamen bei ihren Besuchen in der grossen Halle sogar einen eigenen Hochsitz, welcher durch Kissen etwas höher, als der des Oberhauptes war. Daran erkennt man wie hoch ihr Ansehen tatsächlich war. Wenn wir von Magie sprechen, darf man dies jedoch nicht mit dem vergleichen, was heute als Magie bezeichnet war. Die Magie der Völva bezog sich auf das herbeiführen von Unwettern und der Herstellung von Kleidung, welche von keinem Schwert durchdrungen werden konnte. Auch kann man von Amulettzauber sprechen, welche an die Türen angebracht, unter der Schwelle vergraben oder direkt am Körper getragen werden sollten.

Der Völva gegenüber stand die Spákona, was übersetzts "die Frau, die sieht" bedeutet und somit eine Seherin ist. Wie die Völva ist hat auch sie ein hohes Ansehen in der Gesellschaft, wenn auch ein geringeres als ihre magisch begabte Kollegin.

Familienverband

Die Gesellschaft der Wikinger war von Familienverbänden geprägt und galt über die Grossfamilie hinweg als grösste Instanz. Natürlich veränderte sich diese Dynamik, als die Mobilität immer mehr zu nahm und Familien auf verschiedenen Kontinenten lebten. Dennoch wurde auch hier die Familienbande noch immer über alles andere gestellt, so das sogar Blutfehden, welche in der alten Heimat herrschten, in der neuen Heimat mitgenommen wurden. Doch dies wollen wir nicht weiter vertiefen.

Sehr viel wichtiger ist das Gruppengefühl, welches von einem starken Patriarchat oder Matriarchat geschaffen wurde. Das bedeutet, das der Familienälteste über Söhne, Ehefrauen, unverheiratete Töchter und sogar über seine Schwiegertöchter bestimmte. Die eigene Familie war heilig und stellte die entscheidende Schutzmacht der Mitglieder da. Ohne die Bande der Sippe / Familie galt der Einzelne nichts. Daher musste die Ehre unter allen Umständen gewahrt und verteidigt werden.

Bei wirklich mächtigen Sippen gab es sogar einen klaren Anführer, der einem Jarl in nichts nachstand. Die gewählte Person blieb jedoch nur solange der Sippenjarl, solange er sich unter den anderen behaupten konnte.

Freundschaft

Genauso wichtig, wie die Familienbande, waren Freundschaften. Vor der endgültigen Durchsetzung der Königsmacht waren sie ein Mittel, um politische Allianzen zu schaffen. Im Gegensatz zu den Familienbanden, in welche man hinein geboren oder verheiratet wurde, waren Freundschaften ein soziales Konstrukt, welches auf die jeweiligen politischen Verhältnisse ausgerichtet war. Diese sozialen Netzwerke wurden zur Machtausweitung und Machtsicherung genutzt. Daraus erschliesst sich, das solche Freundschaften insbesondere in, oder mit der Oberschicht gebildet wurden.

Für "einfache" Bauern waren sie uninteressant, da sie in Bezirke (hreppar) zusammen gefasst wurden, innerhalb deren die Pflicht zum Beistand vorgegeben war. Sie beeinhaltete die gegenseitige Loyalität und Unterstützung, sowie die Seitens der Jarls der Schutz.

Um Freundschaften zu begründen wurden Geschenke ausgetauscht. Beispielsweise konnte ein Bauer einem Jarl seine Tochter zur Nebenfrau geben, so erlangte diese eine höhere Stellung. Natürlich konnte man auch zu mehr als nur einem Jarl Freundschaften pflegen, so konnten sie als Vermittler bei Konflikten fungieren.

Nach der Christianisierung wurden Freundschaften zu Heiligen und zu Gott nach ähnlichen Regeln eingegangen. Man könnte es also fast ein wenig wie eine Bestechung ansehen, um den neuen Gott milde zu stimmen.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#6
Die Wikinger
Die Frauen
Frauen durften nicht am Thing teilnehmen und waren somit politisch gesehen, wie alle Frauen ihrer Zeit, den Männern nicht gleich gestellt. Dennoch waren sie gesellschaftlich sehr viel weniger benachteiligt als in anderen Kulturen.

Wirtschaftliche Stellung

Es gab genau definierte Aufgabenbereiche für Frauen und Männer, welche später sogar gesetzlich festgeschrieben wurden. Die Grágás, ein mittelalterliches Gesetzbuch aus Island, stellte den "Bereich diesseits der Schwelle", also im Haus , ganz klar als Territorium der Frau da, während der Mann "sich um das zu kümmern hatte, was draussen zu tun war".
Somit war das soziale Gefüge stark von Frauen abhängig. Sie verwalteten und bewirtschafteten den Hof, während ihre Männer und Söhne zum Teil jahrelang abwesend waren. Höfe wurden häufig nach den Besitzern der Höfe benannt, schaut man sich nun beispielsweise den Hof "Meyarstaðir" an, so fällt einem vielleicht die Silbe "Mey" auf, was übersetzt Mädchen heisst und ist zeitgleich ein Beweis das Frauen durchaus führende Rollen einnehmen konnten. Natürlich ist dies nur einer der wenigen Einzelfälle, da Frauen den Männern als Gruppe nicht gleichgestellt waren und doch beweist es wider rum, das sich Frauen durchaus auf Augenhöhe mit Männern behaupten konnten. In Norwegen gibt es insgesamt etwa 20-25 solcher Höfe, in Island sind sogar schon 10% nach Frauen benannt. Natürlich konnten Frauen auch durch eine Erbschaft, oder durch andere Ereignisse Höfe besitzen und sich somit einen Runenstein widmen lassen, welcher ein Zeitzeuge ihrer Stärke war.

Abgesehen davon waren Frauen für die Zubereitung von Nahrung verantwortlich und durften als Einzige Textilien herstellen. Dazu gehörte auch das Weben der riesigen Schiffssegel, ohne die die Männer keine langen Reisen hätten unternehmen können. Erwähnenswert sind auch die Frauen der Rus. In etwa 20% der Frauengräbern wurden kleine Waagen und gewichte gefunden, welche zu der Zeit eine typische Grabbeigabe für Händler war und somit aufzeigt das Frauen auch im Handel eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Obwohl Frauen also eine durchaus wichtige und entscheidende Rolle inne hatten, wurde dieses in ihren Gräbern leider selten ausreichend gewürdigt. Konnte selbst ein Mann von niedrigeren Status, als Frauen, ein eindrucksvolleres Grab als sie erhalten.

Rechtliche Stellung

Verschiedene Quellen legen dar, das Frauen auch in der Erbfolge eine wichtige Rolle gespielt haben. Witwen hatten sogar eine mehr als nur privilegierte Stellung. Sie konnten ihren Sohn beerben, sofern dieser ohne eigene Erben starb. Erst nach ihrem Tode ging das Erbe an ihre verwandten. Zudem hinderten sie die sozialen Normen nicht daran auf Funktionen von Männern zu übernehmen, sofern dies notwendig wurde. Eine unverheiratete Frau hatte somit durchaus das Recht einen Hof zu gründen und zu leiten.

Stellung in der Ehe

Für jede Braut musste eine Geldsumme bezahlt werden, welcher als mundr bezeichnet wird. Ursprünglich wurde dieser Brautpreis an den Vater entrichtet, bis er schliesslich als Eigentum der Braut angerechnet wurde. Der Mindestpreis betrug 1 1/2 Mark und wurde "Armen-mundr" genannt. Der Vater hatte die Freiheit die Tochter zu fragen ob sie in die Ehe einwilligte, dennoch reichte ein Handschlag von ihm aus, um eine Ehe zu besiegeln. Natürlich war es einfacher, wenn die Braut einverstanden war und meist funktionierte dies gut, sofern die Heirat keine Liebesheirat war, der Braut dafür aber eine höhere Stellung sicherte.
Beide Ehepartner hatten das Recht auf Scheidung, während die Familie dazu verpflichtet war sie anschliessend wieder auf zu nehmen. Jedoch musste die Frau einen guten Grund für die Scheidung vorweisen, sonst verlor sie ihre Mitgift und das Brautgeld. Witwen, aber auch Geschiedene waren bei der Wahl ihres nächsten Gatten freier. Dennoch sollten sie den Rat ihrer Verwandten beherzigen um bei einer erneuten Scheidung, oder gar einem gewalttätigen Mann, ihre Sippe auf ihrer Seite zu wissen.

Die Jungfräulichkeit bei der ersten Ehe, als auch die Treue der frau gegenüber ihrem Mann war absolut. Waren beide Punkte mit der Ehre der Familie verbunden und der durfte kein Schaden zugefügt werden. Beispielsweise musste ein Mann in Island für einen heimlichen Kuss 3 Mark zahlen, wäre dies ohne die Einwilligung der Frau passiert, so wäre er des Landes verwiesen worden. Des weiteren war es auch streng verboten Liebesgedichte an ein Mädchen zu verfassen, nur daran hielt sich der ein oder andere nicht.

Frauen hatten keinen Anspruch auf das Erbe ihrer Eltern, einzig und allein eine standesgemässe Mitgift wurde ihnen zugesprochen, welche aus der Aussteuer und Wertsachen bestand. War ein Mädchen noch unverheiratet und ihr Vater starb, so hatte sie dennoch einen Anspruch auf einen Anteil aus dem Erbe. Wer jedoch denkt das Frauen über die Mitgift verfügen konnte irrt sich, einzig und allein der Ehemann hatte dieses Recht, während sein Vermögen hingegen von dem ihren getrennt blieb. Da die Geschäftsfähigkeit der Frauen beschränkt war, konnten sie auch nur bis zu einem gewissen Betrag hin Geschäfte tätigen.

Schildmaiden

So wurden Frauen bezeichnet welche, vielleicht um einer ungewollten Ehe zu entfliehen, sich für ein Leben als Krieger entschieden haben. Wie ihre männlichen Kriegsgenossen kämpften sie Seite an Seite nebeneinander und dürfen nicht unterschätzt werden. Im Gefecht spielen sie oft wichtige, strategische Rollen. Auf dem Schlachtfeld kämpfen sie an der Front, oder waren Teil der Schildwall-Formationen. Ebenfalls schlossen sie Lücken in der Verteidigung, indem sie die Schilder der Gefallenen übernahmen und so ihren "Mann" standen.

Einige Schildmaiden blieben ihr Leben lang dem Krieg treu, andere hingegen liessen sich nider und gründeten Familien oder gar Gehöfte.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#7
Die Wikinger
Schiffe
Als Wikingerschiffe bezeichnet man Schiffstypen, welche zwischen 800-1100n.Chr. gebaut wurden und hauptsächlich in Nordeuropa benutzt wurden. Die Schiffe werden grundsätzlich nach ihrer Grösse und Funktion in Langschiff, Lastschiff (Knorr) und kleinere Schiffe unterteilt. Langschiff und Knorr waren alle mit Segeln und einem Deck ausgestattet. Der Platz zwischen den Spanten hiess rúm und war der Aufenthaltsort der Mannschaft, auf dem Deck zum rudern, unter Deck als Stauraum und Schlafstätte. Die Schiffe des Königs waren besonders eindrucksvoll, da sie der Repräsentation dienten und auch im Kampf eingesetzt wurden. Entgegen der Filme und Serien waren Schiffe relativ selten mit Drachenköpfen ausgestattet, beispielsweise in Landnámabók waren sie sogar verboten, da sie die Schutzgeister des Landes aufbringen und vertreiben könnten. So bekommt der Drachenkopf also einen aggressiven Beigeschmack und sollten besonders auf Feindfahrt die Schutzgeister des Feindes vertreiben. Wurden die Schutzgeister des angegriffenen Landes vertrieben, so unterwarf es sich und der Angreifer wurde der neue örtliche Herrscher. Besonders erwähnen sollte man auch den Mast, da dieser der Ort war, an dem der Schiffsführer der Mannschaft seine Beschlüsse mitteilte.

Schiffstypen und Merkmale

Zuerst einmal muss man wissen, das die Schiffe nie ausschliesslich nur für das Segeln konzipiert waren. Daraus erschliesst sich, das Knorrschiffe immer eine grössere Mannschaft an Bord hatten als Langschiffe.

Boote

Boote wurden immer nach der Anzahl ihrer Riemen benannt. Jedes Riemenpaar wurde immer von je einem Mann gerudert.

Ein Boot mit 2 Riemenpaaren, welches für die Seehundjagd verwendet wurde, nennt man Ferærðr bátr.

Das sexæringr war ein Boot mit 3 Riemenpaaren und hatte, Quellen nach, offenbar auch ein Segel und wurde ebenfalls zur Seehundjagd benutzt.

Boote mit vier Riemenpaaren hiessen áttæringr oder skip áttært.

Boote mit 5 Riemenpaaren wurden teinsæringr oder skip teinært genannt. Meist besassen sie eine Mannschaft von 6 Leuten, wobei der 6. Mann wohl das Steuer führte. Es gibt aber auch Berichte von 12 Mann und mehr. Angeblich sollten auf solch einem Boot sogar schon 25 Mann gesehen worden sein. Diese Schiffe wurden besonders in Eisland für Seekämpfe eingesetzt.

In einigen Sagas wird noch ein weiteres Boot erwähnt, welches auf den Namen tolfæringr hört und 6 Riemenpaare besitzt. Auf ihnen konnten sogar bis zu 60 Mann Platz finden.

Jedes grössere Schiff führte immer mindestens 1, meist aber 2 Boote mit. Eins wurde im Schlepp gezogen, während das andere entweder quer hinter dem Mast auf Deck über über der Ladung lag. Mittels solcher Ruderboote konnten auch Handelsschiffe geschleppt werden, falls sie nicht zum rudern geeignet waren.

Neben solchen Booten, gab es auch noch Fähren, um Flüsse und Meerengen zu übersetzen. Die kleinste Fähre hiess eikjur und war ein kleines, flachboodiges Boot. Mittels eines Taus, welches von einer Seite zur anderen herüber reichte, konnte man sich so hinüber ziehen.

Bei grösseren Flüssen oder Meerengen nutzte man farskip, eine grössere Fähre (Bildquelle:Museet Ribes Vikinger, Dänemark), welche einem Fährmann gehörte. Gegen Entgelt transportierte dieser Menschen, Fracht und Vieh.

kleinere Schiffe

Schiffe, welche grösser als die tolfæringr, aber kleiner als die Langschiffe waren wurden nicht nach der Anzahl der Riemen oder der Ruderbänke benannt, sondern nach der Anzahl der Ruderer auf einer Schiffsseite. Hier unterscheidet man allgemein in 2 Grundtypen.

Das karfi konnte je nach Quelle mit seinen 13 Ruderern als grosses Boot oder kleines Langschiff angesehen werden. Sie waren leichter als Langschiffe gleicher Grösse, hatten dafür aber eine geringere Tragfähigkeit.
Beim skúta unterscheidet man einmal in áttæringr, Achtruderer, oder in fimtánsessa, Fünfzehnruderer. Ihren Namen haben sie von den Rudersitzen bekommen und führten meist Segel. Als weitere Unterkategorie gab es noch die léttiskútur und die hleypiskútur, welche als Paketboote oder Späherschiffe (njósnarskútur) oder gar als Botenschiffe eingesetzt wurden. Allen gleich war die Schnelligkeit und Leichtigkeit. Daher wurden sie auch häufig als Begleitschiffe von Flotten eingesetzt oder dienten als Transportschiffe für die Flotte. In der Regel waren sie nur für den praktischen gebrach ausgestattet und demnach schmucklos.

Einen Vorteil hatten diese kleinen Schiffe alle - die konnten über Land transportiert werden. Daher spielten sie in einigen Gefechten eine grosse Rolle, beispielsweise wenn Kämpfe auf den nordischen Binnengewässern ausgetragen wurden.

Langschiffe

Kommen wir nun zu den Schiffen, die wohl jeder aus Filmen und Serien kennt, den Langschiffen (Bildquelle:Mittelalter Fandom, Wikingerschiffe), welche allgemein als langskip bezeichnet wurden, oder als herskip, wenn es Kriegsschiffe waren. Sie erhielten ihre Bezeichnung von der Zahl der Rudersitze (sessa) oder den Räumen (rúm) einer Seite. Der kleinste Typ der Langschiffe war ein Dreizehnsitzer, während der Zwanzigsitzer (Skeide) hingegen am weitesten verbreitet war. Schiffe mit 30 Rudersitzen auf der Seite waren þritugsessa. Daneben gab es noch die halfþritugt skip (25 Sitzer), welche auf Grund ihrer Manövrierfähigkeit sehr beliebt waren, sowie das halffertugt skip mit 35 Sitzen. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen, sagte die Anzahl der Sitze doch nichts über die eigentliche Grösse des Schiffes aus.Jedes Langschiff besass vorne ein Schanzdeck, hier standen die besten Kämpfer und verteidigten das Schiff im Gefecht Mann gegen Mann.

Die (wirklich) grossen Schlachtschiffe (Bildquelle:Ormurin langi, 34 Sitzer, Wikipedia) des Mittelalters hatten alle eine hohe Bordwand und ein höheres Kastell, so dass sie gegnerische Schiffe von oben bekämpfen, aber weniger leicht zu entern waren. Jedoch zog dies einen grossen Nachteil nach sich. Die Schiffe wurden schwerer, lagen tiefer im Wasser und waren somit schwerer zu manövrieren. So zeigt sich, das die Vergrösserung zu einem Nachteil wurde, da die zunehmende Schwerfälligkeit den Nutzen des Kampfschiffes überschritten hatte.

Um die Schiffe zu unterscheiden benutze man die Begriffe Dreki und Sknekka, auch als "Snekkja" und "Snekke" bezeichnet", und definierte so die Art des Stevenschmucks. Dreki hatten einen Drachenkopf, wobei Snekka hingegen eine schneckenförmige Spirale besassen. Den Quellen nach gab es noch Barði, diese hatten einen verlängerten und verstärkten Steven.

Wie wir oben schon erfahren haben waren Langschiffe in ihrer Seetüchtigkeit eingeschränkt und könnten ironisch sogar glatt als Schönwetterschiffe bezeichnet werden. Im Laufe der Jahrzehnte hat man durch zahlreiche Replikate jedoch endlich die Einsicht bekommen, das die Langschiffe der Wikinger durchaus Hochseetauglich waren. In einem Rennen 1893 der "Viking" (Bildquelle: Gokstad-Nachbau „Viking“ auf der Weltausstellung in Chicago 1893, Wikipedia) gegen die Santa Maria (Schiff mit dem Columbus Amerika entdeckte) (Bildquelle: Rekonstruktion der Santa Maria, Wikipedia) wurde berichtet, das die "Viking" leicht wie eine Möwe über die Wellenkämme glitt und mit durchschnittlich 9.3Knoten sogar die Santa Maria (6,3b Knoten) hinter sich liess. Dies bewies anschaulich, das die Klinkerbauweise des Rumpfes die Bildung von Luftblasen während der Fahr begünstigte, so das das Schiff wie auf einem Luftkissen schneller durch das Wasser gleiten konnte.

Im Fjord Roskilde ein Schiff mit einer Länge von 30 Metern und 3,80m Breite und somit Platz für 70 Kriegern, ausgeraben. Eine Rekonstruktion 1962 ergab, das dieses bei starkem Wind und geblähtem Segel (Segelgrösse 120 Quadratmeter) sogar bis zu 20 Knoten erreicht werden konnte.

Handelsschiffe

Handelsschiffe, auch kaupskip genannt, hatten eine vollkommen andere Bauweise, da sie statt auf Schnelligkeit, auf Tragfähigkeit ausgelegt waren. Wer denkt, das sie deswegen jedoch nur für Handelsfahrten genutzt wurden irrt sich, da sie auch im Krieg eingesetzt wurden. Sie waren breiter und hochbordiger als Langschiffe und wurden nach ihrer Tragfähigkeit eingeordnet. Diese wurde in Læst, wobei 1 Læst in etwa 2 Tonnen entspricht. Durch ihre Last wurden sie mehr auf das Segeln, statt auf das Rudern ausgerichtet. Daher hatten sie nur vorn und achtern Riemenlöcher, damit mittschiffs Platz für die Fracht geschaffen wurde. Bei den meisten kaupskip waren die Masten fest und somit nicht umlegbar.

Wie bei den Kriegsschiffen, gibt es natürlich auch hier verschiedene Typen und Grössenklassen. Kleinere Schiffe wurden "karven" und "skuten" genannt. Karvem waren selten grösser als 13-15 rúm (nutzbare Spantenzwischenräume) und wurden sowohl als Handelsschiffe, als auch im Krieg eingesetzt.

Grössere Typen waren Knorr (Bildquelle: Wikipedia), Busse und Byrding.

Das bisher grösste, gefundene Knorr liegt noch immer ungeborgen in Haithabu und besitzt bei einer Länge von 22m eine Tragfähigkeit von etwa 30 Læst. Die Busse hingegen war als Kriegsschiff konzipiert und hatte in etwa die gleiche Grösse, wie eine Knorr, obwohl sie vollkommen unterschiedliche Schiffstypen waren. Es wird vermutet, das ihr Unterschied in der Bugform zu finden war. Die Byrding war eine speziell konstruierte Handelsschute für die Küstenfahrt, obwohl sie auch als Proviantschiff bei Flotten genutzt wurde. Einigen Berichten nach konnte man durch einen Umbau und die Verlängerung des Kiels, aus einem Byrding, sogar ein Langschiff machen. Soweit bekannt ist, war dieser Schiffstyp kürzer, breiter und kleiner als Knorr und Busse. Ihre Mannschaft bestand in etwa aus 12-20 Mann.

Schiffsnamen

Nur besonders repräsentative Schiffe erhielten einen Namen, wie beispielsweise Kranich (Kriegsschiff von Olav Tryggvasson) oder Karlhöfði (übersetzt Mannshaupt, Schiff Olav des Heiligen).

Natürlich konnte man konnte sie nach dem Schenker benennen, oder nach demjenigen, dem man es geraubt hatte. Erst später wurden die Schiffnamen vom jeweiligen Besitzer abgeleitet.

Mannschaft

Die Besatzung wurde “skipssögn”, „skipshöfn“, “sveit”, “skipverjar”, oder “skiparar” genannt. Durch verschiedenen Bezeichnungen lässt sich erahnen, das es keinen Berufsstand dafür gab.
Der Schiffsführer wurde “stýrimaður”, “skipstjórnamaðr”, “skipdróttinn”, “skipherra” genannt. Besonders interessant hier ist zu erwähnen, das der Schiffsführer eines Kriegsschiffes nach Möglichkeit unverheiratet und ohne eigenen Hausstand sein sollte und vom König ernannt wurde, daher hatte er die unbeschränkte Befehlsgewalt.

Der Schiffskoch wurde als matsveinn oder matgerðarmaðr betitelt. Da es an Bord jedoch keine Feuerstelle gab, wurde er nur bei Landgängen gebraucht. Einer alten Schrift nach (bylov des Magnus Håkonsson ) sollte er täglich dreimal an Land gebracht werden, einmal zum Wasser holen und zweimal zum kochen.

Die ausgesuchte Rudermannschaft nannte man hásetar, auf Kriegsschiffen hömlumenn. Sie hatten abwechselnd die Segel und das Steuerruder zu bedienen und Wache zu halten. Für den Ausguck für das Fahrwasser sorgten die stafnbúar, für den Feind sjónarvörðr. Weitere spezielle Wachaufgaben waren für den Schären der bergvörðr und der rávörðr für das Segel. An Land brauchte man den bryggjusporð für die Landungsbrücke und für das Amkertau den strengvörðr. Wer Nachtwache hatte entschied immer das Los.

Bei Handesschiffen gab es keine uneingeschränkte Befehlsgewalt, da oft mehrere Personen die Eigentümer waren und somit auch Eigentümer über die Ladung. So hatten Beteiligte das Recht Einspruch gegen ein Auslaufen hervor zu bringen, falls das Schiff nicht seetüchig war, oder sie es für überladen hielten. Genauso konnte aber auch über den Kurs diskutiert werden.
Da das Lenzen (abpumpen von Wasser aus dem Schiff) eine Schwerstarbeit war, wurde sie gleichmässig über die Mannschaft verteilt. Wenn beispielsweise bei einem Zwanzigruderer (40 Ruderbänke) 5 Plätze oder mehr unbesetzt waren, so durfte sie nicht auslaufen.

Wie viele Männer tatsächlich auf einem Schiff war ist nicht bekannt. Soweit man weiss war bei einem leiðangrskip (Form eines Langschiffes) vorgeschrieben, das immer 2 Mann eine Ruderbank besetzten. Normalerweise ruderte ein Mann einen Riemen. Aber in besonderen Fällen konnten auch mehr Männer pro Riemen eingesetzt werden.

Konnte die Nacht nicht an Land verbracht werden, so schliefen die Männer im rúm zwischen den Spanten unter Deck, durchschnittlich etwa 3-4 Mann pro rúm. Dennoch wurde besonders bei Küstenfahrten immer Nachts ein Liegeplatz gesucht, so das man vor Anker gehen, den Mast umlegen und das Schiffsdeck überzelten konnte. Die Zelte standen immer quer zum Schiffsdeck, damit die Zeltöffnung der Schiffswand zugekehrt war. Die Zelte bestanden aus mehreren Einzelstücken und wurden so zusammen geknöpft, dass sie sich wie die Schiffsplanken überlappten. An den Enden standen 2 Giebelbretter, welche unten innerhalb der Reling standen, sich oben kreuzten und durch die eine lange horizontale Stange gesteckt wurde, damit die Zeltdecke übergeworfen werden konnte. Es wurde berichtet das in einigen Zelten sogar Tische standen, da das man davon ausgehen konnte, das sie nicht gerade klein waren. Die Zelte fürs Land hatten in etwa eine Grundfläche von 5.30x4.15m, eine Innenhöre von 2.7-3.5m. An ihren Zeltenden hingen überkreuzt immer 2 geschnitzte Windbretter (immer Drachenmotive), um Geister magisch ab zu wehren, welche das Zelt heimlich Nachts besuchen könnten. Die Männer schliefen in Doppelschlafsäcken, auch húðfat genannt und ihre Schlafgenossen wurden húðfatfélagar genannt.

Offiziell bestand die Kampfausrüstung neben einem Schwert und Schild, aus einem Bogen mit mindestens 2 Dutzend Pfeilen und einem Speer. Sehr wahrscheinlicher ist es aber, das sehr viel mehr Waffen, insbesondere Pfeile und Speere mitgenommen wurden, nebst Äxten und verschiedensten Dolchen und Wurfmessern. Neben dieser Ausrüstung besass jeder Ruderer Mehl und Butter für 2 Monate, sowie sein eigenes Zelt, sofern er eines hatte. Wurde die Nahrung auf der Heimfahrt knapp, so durfte die Mannschaft an Land und gegen Entgelt 2 Kühe eines Bauern töten. Somit kann man davon ausgehen, das auch Fleisch zum Vorrat gehörte. Hinzu kommen noch riklingr (getrocknete Heilbuttstreifen) und skreið (Stockfisch), sowie Brot.

Nautik

Die Schifffahrt der Wikinger lag im wesentlichen in der Küstenschifffahrt, aber auch im Fernverkehr. Bei der Küstenfahrt wurde zwischen dem ausserhalb der Schären befindlichen (þjóðleið hit ytra, útleið oder hafleið) und dem innerhalb der Schären befindlichen (þjóðleið hit innra oder innleið ) Fahrwasser unterschiedenen, während auf entfernten Meeren oft die einheimischen Schifffahrtsrouten übernommen wurden.

Schon immer waren Landmarken und Seezeichen von Bedeutung, da sie charakteristische Hinweise (Inseln, berge, Mündungen, Grabhügel, Warten, Kreuze, Türme, Bäume,...) zur Navigation waren. Wurden Reisen ausserhalb des Heimatsbereichs angestrebt, so stellte der Steuermann einen Lotsen (norrøn: leiðsögumaðr, altschwedisch: lédhsagari) für eine sichere Überfahrt an. In den Bergen gab es sogar so viele Lotsen, das sie eine Innung bildeten. Für den Winter wurden die Schiffe in das Naust / Nasttuft gebracht, damit sie dort gelagert und gewartet werden konnten. Sie standen immer an Ufern, welche flach genug waren, um das Schiff an Land zu ziehen.

Die vier Ecken des Himmels waren Norðri, Suðri, Austri, Vestri im Gesichtskreis und unterteilten ihn somit in 4 Hauptachsen (höfuðætt). Um sich besser zu orientieren, werden diese Hauptachsen noch einmal geteilt, bis 8 ættir entstehen. Bei ihrer Benennung ging man von der Nord-Süd-Achse aus und benannte ihre Richtung im Verhältnis zum Festland. Nordosten war somit landnorðr, Südosten landsuðr, Nordwesten útnorðr und Südwesten útsuðr. Sogar die Winde wurden danach benannt: landnyrðingr, landnorðingr, útsynningr und úrnorðingr. Dies war sehr wichtig, da es noch keinen Magnetkompass gab und man Standort samt Richtung also über den Stand der Sonne, dem Mond und der Sterne berechnen musste. Sehr wahrscheinlich wurde mithilfe eines Sonnenschattenbretts (sólskuggafjöl)(Bildquelle: Pinterest) navigiert, so wie man es von der Serie Vikings her kennt, auch wenn dies in Fachkreisen bezweifelt wird. Den legendären Sonnenstein (sólarsteinn)(Bildquelle: Segelfilm Salz und Erde) hat es hingegen gegeben, da er in einigen Sagas erwähnt wurde. Bei beiden sind sich die Wissenschaftler nicht wirklich einig und verweisen lieber auf die Wetterfahne (veðrviti )(Bildquelle:Schiffsfahne von Söderala,Wikipedia), da diese mehrfach schriftlich erwähnt wurde. Die ältesten Exemplare sind trapezförmig, mit 2 rechten Winkeln, wobei die lange Seite oben, die kurze Seite hingegen unten war. Etwa um 1000 n.Chr. wurde die Aussenseite rund gestaltet. Sie hatten eine hohe Bedeutung, da einige aus Bronze, grösstenteils sogar prächtig verziert und vergoldet waren und wurden am Masten befestigt. Dennoch brachten all diese Hilfsmittel nichts, wenn der Himmel bedeckt war und man richtungslos auf der See umher trieb, als havilla bezeichnet wurde. Daher segelte man so lange wie möglich in Sichtweite vom Land, um sich zu orientieren.

Auf Sturm reagierte man zunächst mit dem Verkleinern des Segels. Dies geschah durch Heben des unteren Teils des Segels mit Tauen vom Schiffsdeck aus ( im Segel waren an den verstärkten Rändern Löcher angebracht, durch die ein Tau aufwärts abwechselnd von vorn nach hinten und von hinten nach vorn durchgezogen und dann zum Deck hin umgelenkt wurde). Wenn man am Tau zog, wurde das Segel von unten hinauf in Falten gelegt. War der Wind zu stark dafür, wurde stattdessen die Rahe abgesenkt und das Segel unten gerefft. Durch Verknüpfung der Reffbänder, von denen ein Leidangsschiff mindestens sechs haben sollte, konnte das Segel so auf ein Minimum von einem Reff reduziert werden. Wenn man auch mit einem einzigen Reff nicht mehr segeln konnte, wurde das Segel geborgen. Da ein schwankender Mast den Mastschuh stark belastet und den Kiel beschädigen kann, wurde der Mast umgelegt. Wenn man das nicht mehr konnte, dann kappte man ihn und verringerte den Tiefgang, indem man Ladung über Bord warf.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#8
Die Wikinger
Der Kampf
Entgegen aller Filme und Serien hatten Wikinger keine heldenhafte Todesverachtung. Hatten sie neben ihrer teils doch atemberaubenden Tapferkeit einen ebenso unbedingten Überlebenswillen. Demnach wurde immer erst genau das Angriffsrisiko analysiert und dann das Vorgehen darauf abgestimmt. Was jedoch stimmt, ist der Fakt, das sie sich nur sehr selten von ihren Botten entfernten. Waren diese im Notfall doch ihre Rückzugsmöglichkeit, besonders bei Kämpfen auf unbekanntem Gebiet, wo keine Hilfe zu erwarten war. Zudem machen auch die Erpressungen, zu teils enormen Tributzahlungen, mehr als nur klar, dass die Beute und nicht die Kampfeslust im Vordergrund stand. Man kämpfte, wenn es sein musste, aber vermied den unnützen Kampf und zahlte teils sogar Lösegeld um dem zu entgehen und lebend fort zu kommen. Dennoch sollte man sie niemals unterschätzen, denn wenn sie einmal in Kampfrausch kamen, so agierten sie extrem schnell und nutzten den Überraschungsmoment geschickt für sich aus.

Zu Wasser

Besonders in angelsächsischen Quellen wird immer wieder ihre seemännische Leistung hervor gehoben. In fränkischen Quellen hingegen, werden sie immer als erbarmungslose, beutegierige und anerkanntermassen tapfere Krieger beschrieben, welche ihre Schiffe als Waffe nutzten.

Wikingerschiffe konnten bei klarem Wetter auf einer Weite von etwa 18 Seemeilen (32km) ausgemacht werden. Stand der Wind gut wurde diese Strecke innerhalb einer Stunde zurück gelegt und man musste sich sputen um eine Verteidigung auf zu bauen. Es wird immer wieder von Seekämpfen zwischen Wikingerflotten berichtet, wie diese ausgetragen wurden, wurde jedoch nicht genauer erläutert. Dennoch weiss man, das auch hier der Erfolg im Überraschungsmoment lag, da kaum einer mit solch schnellen Schiffen rechnete. In England nutzten sie hierfür sehr gerne die verschiedenen Wasserstrassen als entscheidende Einfalltore.

Zu Lande

Natürlich verliessen die Wikinger sich nicht nur auf den Schutz ihrer Schiffe, sondern verliessen diese um Unternehmungen zu Lande zu machen. Auch hier sind in angelsächsischen Quellen einige sehr ausgedehnte Landmärsche überliefert worden. Ob es eine feste Aufstellung für den Kampf an Land gab, ist nicht bekannt. In der Regel blieben sie ihren überraschenden Überfällen treu und dort war eine "Schlachtordnung" nicht wirklich erforderlich. Dennoch gab es sie, wenn auch nur aus Kriegen unter königlicher Führung.

Als sehr charakteristisch wird die Brenna beim Überfall angesehen. Hierbei werden Häuser nichtsahnender Bewohner angezündet, so das diese starben und gar nicht erst kämpfen konnten. So zeigten sie überdeutlich, wer an diesem Überfall die "Schuld" trägt, da heimliche Schadenszufügung als "Neidingswerk" angesehen wurde und somit die Ehre beschmutzt wäre.

Im Frankenreich hingegen war bei Einfällen der Wikinger immer wieder von mehreren Truppen die Rede, welche häufig sogar beritten waren. Über die Zahlen gibt es keine genauen Angaben, da besonders die Zahlen der angeblich getöteten Normannen unglaubhaft hoch waren und somit wahrscheinlich der Übertreibung zum Opfer gefallen sind. Dennoch auch nicht unbedingt verwunderlich, da der Kampf meist unkoordiniert geführt wurde und nirgendwo Formationen und Kampftaktiken geschildert werden. Kam es zu einem Kampf schleuderte man zuerst Steine, Speere, Pfeile und alles andere was einem dienlich zwischen die Finger geriet, dem Feind entgegen, eh man zu einem mit roher Gewalt geführten Kampf Mann gegen Mann überging, bis die andere Seite niedergerungen war. Vollkommen planlos kann man dies jedoch nicht bezeichnen, lag das oberste Ziel doch darin, den Anführer des Feindes zu besiegen und dessen Standarte zu erobern. So war der Feind seiner militärischen Führung beraubt und fast immer verstreuten sich die Reste der gegnerischen Truppe in sämtliche Himmelsrichtungen. Somit ist also eine Strategie definitiv vorhanden, auch wenn das Vorgehen nicht gerade "elegant" bezeichnet werden könnte. Kam es überraschend doch einmal vor, das ein Kampf verloren wurde, so zerstreuten sich die Wikinger in die umliegenden Wälder, um einer geschlossenen Verfolgung zu entgehen und kehrten zu ihren Schiffen zurück.

Was viele nicht wissen, ist das Wikinger sich nicht nur auf den Kampf, sondern auch Belagerungsmaschinen entwickeln und geschickt zu nutzen wussten. das beste Beispiel wäre hier der Angriff auf Paris 885. Hier wurden hohe Belagerungsgeräte gebaut und mit Stroh und Reisig belegt, um sie einmal entzündet gegen den Feind zu richten und so die Belagerung voran zu treiben. Sogar Katapulte und plumbea (Bleikugeln), Mauerbrecher und versteckte Gruben ( sollten die Pferde zum stürzen bringen) wurden genutzt um ans Ziel zu kommen.

Waffen

Waffen waren ein Zeichen des freien Mannes. In den Gräbern von Reitern fanden sich Zaumzeug, Sporen, Steigbügel und sogar Lanzen. Anderen Grabbeigaben nach zu urteilen, waren sie aber nur den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten.

Am häufigsten benutzten die Wikinger Schwerter wie das Langsax (Bildquelle: Pinterest), oder das Scramasax (Bildquelle: Wikinger Scramasax, Dragonheart). Diese Schwerter waren einseitige Hiebschwerter, welche eine Klingenlänge von bis zu 80cm erreichen konnten. Die Schwert-Schneiden waren oft aufwändig verziert, um den Segen der Götter herauf zu beschwören. Einige hatten sogar tatsächlich Namen, welche den Schutz der Götter noch verstärken sollten.

Neben Schwerter waren auch Äxte sehr beliebt. Während die Handöx (Handaxt) besonders leicht zu handhaben war, nutzte man die Skeggöx (Bartaxt) mit ihren langen Schaften zum heranziehen von Schiffen. Die am weitesten verbreitete Axt war jedoch die Breiðöx (Breitaxt) (Bildquelle: Pinterest), welche auch unter dem Begriff "dänische Axt" bekannt war. Sie konnte mit beiden Händen geführt werden und besass ein breites Blatt. Eine Unterklasse dieser Axt, war die Bryntroll, welche zweischneidig war.

Darüber hinaus besassen die Wikinger eine grosse Anzahl an Speeren. Der lagvápn war ein Handspeer und wurde als Stichspeer genutzt. Der skotvápn war ein Wurfspiess und der höggspjot wurde als Hieb- und Stichspeer verwendet. Daneben gab es noch den Fjarðrspjót, ein Federspiess, welcher die Feinde auf Abstand halten sollte und den Krókaspjot (Hakenspeer) für die Wal- und Walrossjagd.

Bögen konnten bis zu 1.50m gross werden und wurden aus dem Holz von Eiben und Ulmen gebaut, während die Sehne aus Flachs gefertigt war. Sie wurden sowohl für die Jagd, als auch im Kampf benutzt. Die Pfeile wurden je nach Präzision und Schärfe Bildör oder Brodrr genannt. Neben dem Bogen kannten die Wikinger auch Armbrüste, welche Lásbbogi genannt wurde.
Weitere Waffen, welche erwähnt werden sollten war die mit Eisen verstärkte Eichenholzkeule. Sie war die Waffe des "kleinen Mannes". Das knifr (Messer) hingegen war eine Alltagswaffe und wurde manchmal sogar verziert. Sklaven durften sie, wie die Keule benutzen und bei sich tragen.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#9
Die Wikinger
Der Handel
Die Wikinger durchfuhren das weisse Meer, denn finnischen Meerbusen sowie Kanal auf die Bucht von Biskaja hinüber über das schwarze Meer und den atlantischen Ozean. So verbanden sie Ost- und Westeuropa direkt miteinander. Nordische Seefahrer waren Seeräuber und friedliche Kaufleute zugleich. In einigen Hafen wurde zuerst eine Zeit für den Handel bestimmt, eh nach Ablauf der Frist der Friede gekündigt und das Land verheert wurde. So gut wie alle Jarls besassen gewöhnliche Schiffe, mit denen sie Kauffahrten unternahmen, oder die sie ins Ausland schickten um Ware zu kaufen. Die meisten Kaufleute waren Grossbauern (Bauern mit Landbesitz), welche für eine bestimmte Zeit des Jahres Kaufmann waren, eh sie zurück auf ihr Gehöft kehrten und sich um ihre dortigen Pflichten kümmerten. So hatten sie schnell einen Ruf als Sklavenjäger errungen.

Mittelpunkt des Handels

Der nordische Handel hatte seinen Mittelpunkt in Jahrmärkten, welche zu bestimmten Zeiten und meist bei berühmten Tempeln stattfanden, da gleichzeitig grosse religiöse Feste damit verbunden waren um Kunden an zu ziehen. Der Jahrmarkt in Uppsala fand erst 1895 sein Ende, Andere viel besuchte Märkte siedelten sich an grossen Verkehrsadern, Flüssmündungen oder in der Nähe grösserer Fischereien an. Die Städte Birka und Skara in Schweden, Schleswig und Ripen in Jütland und Túnsberg in Norwegen sind nur dank solcher Jahrmärkte entstanden.

schwedischer Handel

Der schwedische Handel des 9. und 10. Jahrhunderts hatte seinen Mittelpunkt in Birka, da die Stadt stark befestigt und von einer Ringmauer umgeben war. Sie wurde von einer Burg beschützt und hatte befestigte Einfahrten in den Hafen, da die Stadt extra zu Handelszwecken angelegt wurde.

dänischer Handel

Die Dänen, wie auch die Gotländer, trieben schon vor der Ära der Wikinger einen ausgedehnten Handel, vor allem mit dem fränkischen Reich. Sie waren schon vor Mitte des 9. Jahrhunderts dort an vielen orten sesshaft, da sie des Handels und nicht des Raubes wegen gekommen waren. Ihr Hauptverkehr war mit den Sachsen und dem friedischen Durrstede (Dorestad), aber auch nach Hamburg gab es gute Geschäftsverbindungen.

norwegischer Handel

Wie Dänemark war auch Norwegen Sitz eines regen Verkehrslebens. Der Handel blühte hauptsächlich im Norden und Süden. Hálogaland war beispielsweise für seine Pelze bekannt und wurde bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts der Mittelpunkt des Pelzhandels. Seefahrten zum weissen Meer, sowie der Handel mit den Finnen, sowie deren Pflichtabgaben an die Norweger, brachten den Norwegern grosse Reichtümer.

isländischer Handel

Schifffahrten nach Island waren von grosser Bedeutung für die Wikinger, war doch deren Besiedlung für die Entwicklung der Seeschifffahrt von grosser Bedeutung, da die Fahrt über offenes Meer gehen musste. Fast alles, was die neuen Kolonisten brauchten, musste importiert werden. Der regste Verkehr ging natürlich vom Mutterland Norwegen aus, jedoch waren auch Irland und Westengland Nutzniesser dieser Besiedlung.

Handel in Osteuropa

Die Hauptbedeutung des Handels liegt nicht in der Heimat, sondern in im Ausland gegründeten Niederlassungen, von denen viele Impulse für Handel und Seefahrt ausgingen.

Ostseehandel

Die Verbindungen des skandinavischen Nordens mit den Ländern der Ostsee gehören wohl mit zu den ältesten Handelswegen. Zahlreiche Funde beweisen, das schon seit dem 8. Jahrhundert die Nachbarn aus der Ostsee einen starken Einfluss auf die Nordmänner hatten. Um 800 entwickelten daher die Schweden in der Seeburg einen politisch-militärischen Stützpunkt für die kommerzielle Ausbeutung des umliegenden Landes.

Der Fluss Düna war einer der wichtigsten Verkehrswege hinauf ins innere Russland. In Preußen waren Truso (am Draussensee unweit Elbing) und die Küste Samlands bevorzugte Anlegeplätze, welche von Dänemakr aus vielfach besucht worden sind. Die damals beim heutigen Wismar gelegene Stadt Reric musste dem dänischen König hohe Zolleinkünfte übergeben, bis 808 die Kaufleute nach Schleswig verpflanzt wurden. Sehr viel wichtiger war jedoch die Stadt Julin (auf der Insel Wollin an der Odermündung), da sie in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts von Dänen erobert wurde. Sie wurde von ihnen in eine starke Festung (saeborg) umgebaut und in Jómsborg umbenannt.

russischer Handel

Die Begründung des russischen Reiches, in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts durch die Waränger, öffnete den Nordgermanen ganz Osteuropa und brachte ihnen Handelsbeziehungen zu Arabern und Griechen. Es gab 2 Verkehrswege, welche sie benutzten. Über die Düna fuhren sie bis nach Polozk und Witebsk hinauf, eh sie über Land nach Smolensk und den Dnjepr weiter zogen. Der andere und wichtigere Weg führte die New hinauf, über den Ladogasee nach Aldagen (Aldeigjuborg) und der Mündung der Wolchow, wo schliesslich die Kaufleute samt ihrer Ware die Schiffe verlassen mussten, damit die russischen Vorschkerle (forskalar) sie über die Stromschnellen ruderten. Die Haltestellen dieser Route trugen sogar noch im 13. Jahrhundert nordische Namen.

Handel Westeuropa

Schon um 800 gab es 3 bedeutende Städte, welche in Westeuropa eine hohe Bedeutung für die Wikinger hatten :Hamburg, Dorestad und Quentowic. In den letzten beiden Städten wurde unter den Karolingern Münzen geprägt, welche speziell für den nordischen handel bestimmt waren. Jedoch wurden schliesslich alle 3 zerstört und besonders Dorestad (Plünderung 863 + gänzliche Vernichtung durch Rheinüberschwemmung) und Quentowic (Plünderungen 840,842,844,864,881,890) verloren für immer ihre Bedeutung.

Friesland, Niederlande, Normandie

In der von den Friesen beherrschten Nordsee wurden im Laufe des 9. Jahrhunderts Dänen und Norweger die Herrscher. Nicht selten kam es, das sich Friesen den Nordmännern anschlossen und durchaus ihren Mann standen und so ihren Platz an ihrer Seite behaupten konnten. Dennoch muss erwähnt werden, das durch die Wikingerzüge, das Verkehrsleben der Niederlande ausserordentlich beeinträchtig wurde und es für lange Zeit zurück ging. Dennoch verstanden sich die Wikinger darauf Handel und Schifffahrt einen neuen Aufschwung zu geben, wo immer sie sich dauerhaft niederliessen. Rouen blühte als Hauptstadt zusehend auf und wurde bald die wichtigste handelsstadt Nordfrankreichs. Unter dem Namen Walmanni schlossen sich viele Einwohner der Normandie zusammen, um Walfischfang zu betreiben.

England

Die britischen Inseln hatten eine sehr grosse Bedeutung für die Nordmänner. Während in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts vornehmlich das westliche Norwegen mit ihnen handelte, da für Dänemark noch der Handel mit Deutschland und den Niederlanden überwog, mussten sie sich die Handelswege im Laufe des 10. Jahrhunderts teilen. Um etwa 1000 n:chr. wohnten in York 30.000 Einwohner und die Stadt war voll von Waren aus fremden Ländern, besonders jedoch von Waren aus Dänemark. Dieser Handel gedieh sogar so gut, das nordische Seefahrer ausserhalb der Mauern Londons eine eigene, dem heiligen Clemens geweihte Kirche bekamen. Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich auch die Londoner Gildehalle der Dänen und die grossen Vorrechte, welche die Dänen und Norweger in London genossen. Auch Schweden und Gotländer handelten mit den britischen Inseln, wenngleich auch nicht so rege wie Norwegen und Dänemark, welche durch ihre Niederlassungen einen grossen Einfluss auf die Entwicklung des Handels und der Schifffahrt nahmen. Städte wie York, Whitby (Hvítabýr), Derby (Dýrabýr) und Norwich erblühten förmlich dank ihnen. Überall in den Städten von Chester bis nach Bristol gab es zu Ende des Wikingerzeitalters Handelsniederlassungen nordischer Kaufleute, die mit Irland, Norwegen und sogar mit dem fernen Island Verkehr unterhielten.

Irland

Vor der Ankunft der Wikinger war der Handel und die Schifffahrt, im Vergleich zum kontinentalen Festland, kaum entwickelt. Es gab nur geringfügigen Handel zwischen den Iren und Westfrankreich. Alle wichtigen Hafenplätze, sowie die Existenz deren Hafenstädte, haben sie den Wikingern zu verdanken. Erst die dort ansässigen Norweger (und Dänen) riefen einen lebendigen irischen Handel und eine irische Schiffsfahrt ins Leben. Die Mittelpunkte lagen in Dublin, Waterford und Limerick. Von hier aus segelten Schiffe zur schottischen und englischen Küste und lieferten nach Bristol, einem der grössten Sklavenmärkte in dieser Zeit, obwohl man hier neben Sklaven auch Kriegsgefangene kaufen konnte. Dem alten Schifffahrtsweg folgend nahm man auch die Ruote nach Frankreich, um Noirmoutiers, Nantes und Bordeaux mit Wein, Waffen und vielleicht auch levantinischen Waren zu beliefern.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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#10
Die Wikinger
Monat/ Tage
Monate

Januar - Hartung (fränkisch wintarmonoth)

Zeit des hartgefrorenen Schnees. Monat des Schneeharsches. „Hart“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet soviel wie „viel“, „sehr“ - also viel Schnee, viel Kälte u.s.w.

Februar - Hornung (fränkisch hornungmanoth)

Man weiß, daß im germanischen Sprachbereich im Altfriesischen HORNING = Bastard bedeutet, ebenso im Altenglischen HORNUNG = Bastard; im Altisländischen HORNUNGR = Bastard, Kebssohn – genaugenommen: der aus der Ecke Stammende, der im Winkel Gezeugte. Das gemeingermanische Wort HURNA- = Horn, Spitze, Ecke. Der HORNUNG ist also „der in der Anzahl der Tage zu kurz Gekommene“

März - Lenzing (fränkisch lenzinmanoth)

Frühlingsbeginn in dem Sinne, daß die Tage (Suffix -tin) nun wieder länger (langa) werden.

April - Ostaramond (fränkisch ostarmanoth)

So bedeutet der Monat LENZIG im Germanischen, daß nun die Tage wieder länger werden.

Mai - Wonnemond (fränkisch wunni- oder winnemanoth)

Vor der Christianisierung war es das germanische Fest der Frühlingsgöttin.
Die germanische Frühlingsgöttin war eine Lichtgöttin, zuerst als Tageslicht und später überhaupt als Licht. Das germanische Osterfest drückte die Hingabe der germanischen Völker zum Licht und die EOSTRAE oder OSTARA war die Schutzgöttin, die mit ihrer Güte und Liebe dafür sorgte, daß die Tage länger werden sollen.

Juni - Brachet (fränkisch brachmanoth)

Das Wort BRACHE kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie: „unbestellter Acker“. „brache“ ist von „brechen“ abgeleitet. Damit ist das erste Umbrechen des Bodens gemeint, also das Beackern.

Juli - Heuert (fränkisch hewimanoth)

Monat der Heuernte, das Wort ist mit "hauen" verbunden, dem niedergehauenen (= gemähten) Gras

August - Ernting (fränkisch aranmanoth)

Monat der Getreideernte

September Scheiding (fränkisch witumanoth)

Scheidemonat = Trennung zwischen warmen Sommer- und kalten Wintermonaten

Oktober - Gilbhard (fränkisch windumemanoth)

Im Wort GILBHART zeigt sich, daß der Winter in aller Härte vor der Tür steht und die gelblichen Farben der Wälder untrügerich auf einen Jahres- bzw. Lichtwechsel hindeuten.

November - Neblung (fränkisch - herbistmanoth)

Nebelmonat/ Herbstmonat

Dezember - Julmond (fränkisch heilagmanoth)

Monat des Julfestes.

Wochentage

Sonntag - Solis (schwedisch söndag)

Tag der Sonne

Montag - Lunae (schwedisch måndag)

Tag des Mondes

Dienstag - Martistag (schweidsch tisdag)

Tag des Mars

Tag des Tiu, Ziu / Er, Ero (= Tyr) (allemannisch: Ziestag, teils bayrisch: Ertag)

Mittwoch - Mercurii (schwedisch onsdag)

Tag des Merkus

Tag des Odin / Wotan; (Wonsdach / Gudnesdag)

Donnerstag - lovi (schwedisch torsdag)

Tag des Jupiter

Tag des Thors/ Donar

Freitag - Veneris (schwedisch fredag)

Tag der Venus

Tag der Frija/Frigga (nicht Freya!)

Samstag Saturni (schwedisch lördag)

Tag des Saturns

Rein von der Deutung als "Sabbathtag" der letzte Tag der Woche und somit ist Sonntag der Wochenbeginn und Mittwoch der Tag der Mitte.
[Bild: odin-nordische-gott-odins-wotan-wikinger...1598821152]
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